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60 Jahre Seilbahn
auf den Herzberg der Ischler

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60 Jahre Seilbahn auf den Herzberg der Ischler

(Seilbahn-)Zukunft braucht Herkunft. Bei einer gemeinsamen Seilbahnfahrt auf die Katrin in Bad Ischl blicken Pionier Rudolf Brugnara und Geschäftsführer Johannes Aldrian zurück und nach vorne.

„Die Katrin ist seit Kindheitstagen mein Hausberg. Schon als Bub ging ich im Sommer mit Gleichaltrigen barfuß bis hinauf auf den Gipfel. Oben kraxelten wir dann noch auf das Kaiser Franz Josephs Kreuz. Damals, gegen Ende der 1930er-Jahre, waren wir den ganzen Sommer über barfuß unterwegs. Die Schuhe durften wir nämlich nur zum Kirchgang anziehen“, erinnert sich Rudolf Brugnara. Die Augen des drahtigen Mannes funkeln. Er lächelt. In jeder Phase seiner Erzählungen ist deutlich spürbar: Die Beziehung zu „seiner“ Katrin ist eine innige.

 

 

Jede Menge Idealismus und Muskelkraft

Rudolf Brugnara sitzt gemeinsam mit Johannes Aldrian, Geschäftsführer der Katrin Seilbahn, in dessen Büro. Sie haben sich zu einer gemeinsamen Seilbahnfahrt verabredet. Allerdings verschiebt sich die geplante Abfahrt – ein heftiges Sommergewitter macht eine kurze Betriebsunterbrechung notwendig. „Eine gute Möglichkeit, um über ein paar wichtige Meilensteine in der 60-jährigen Seilbahngeschichte zu sprechen“, meint Aldrian. Der 36-Jährige interessiert sich sehr für die Wurzeln seines Unternehmens. Die beiden betrachten einen Plan aus dem Jahr 1959, der die Bergstation visualisiert. Brugnara kann sich noch genau erinnern: „1955 wurden durch die Gründung einer Aktiengesellschaft entscheidende Weichen gestellt, um den schon länger gehegten Traum einer Seilbahn auf die Katrin zu verwirklichen. Mit Aktien im Wert von jeweils 1.000 Schilling konnte man sich am Projekt beteiligen.“ Von dieser Möglichkeit nahmen auch viele nicht wohlhabende Menschen aus Bad Ischl Gebrauch. Das beweist eine alte Niederschrift: „Dank dem kleinen Mann für seine Opfer, die von Heimatliebe und Zukunftsglauben zeugen.“ „Richtig los ging es mit dem Seilbahnbau dann 1957“, erzählt Brugnara. „Der damalige Bürgermeister Franz Müllegger suchte per Rundschreiben 80 kräftige Männer, die das Tragseil der Materialseilbahn bergwärts ziehen sollten. 107 meldeten sich. Am 28. Dezember, bei Schnee und Kälte, zogen sie mit reiner Muskelkraft dieses Tragseil zwei Kilometer auf den Berg.“ Die Materialseilbahn war danach ein wichtiges Hilfsmittel bei der Errichtung der Seilbahn. Diese absolvierte am 18. April 1959 ihre Jungfernfahrt und wurde knappe zwei Monate später, am 13. Juni 1959, offiziell eröffnet.

 

 

Neustart 1978

Draußen klart es etwas auf. Das Gewitter klingt ab. Die beiden Männer machen sich auf zur Bergfahrt. In der Wartehalle legen sie einen kurzen Zwischenstopp ein. „Siehst du, so haben wir unsere ersten Seilbahnkabinen von außen zugemacht, nachdem die beiden Fahrgäste zugestiegen sind“, erklärt Brugnara lachend seinem jungen Begleiter. Gemeinsam setzen sie sich in eine ausgestellte Gondel aus der ersten Generation der Katrin Seilbahn und stellen amüsiert fest: „Recht bequem war das damals nicht.“ Dennoch erfüllte diese Zweier-Seilbahn ihren Zweck hervorragend – von 1959 bis 1976. Das Jahr, in dem die Reichsbrücke in Wien einstürzte und Niki Lauda am Nürburgring verunfallte, wurde auch für die Katrin Seilbahn zum Schicksalsjahr. Nachdem sie Ende Jänner ihren Betrieb einstellte, hing ihr weiterer Betrieb am seidenen Faden. Nach intensiven Verhandlungen mit dem Land Oberösterreich und dem Bund gelang es den Ischlern, das für die Sanierung der Bahn und für die Auszahlung der Aktionäre erforderliche Budget aufzustellen. Die Katrin Seilbahn wurde von der Gemeinde übernommen, umgebaut und kurz vor Weihnachten 1978 mit 46 Vierergondeln wieder in Betrieb genommen. Brugnara war von 1977 bis 1992 im Vorstand der Seilbahn tätig und betont im Rückblick auf die 1970er-Jahre: „In der kritischen Phase 1976 verhielt sich die Belegschaft dem Unternehmen gegenüber äußerst loyal. Das war ein ganz entscheidender Punkt für einen raschen Neustart.“

 

 

Vergoldete Kabine zum 60er

„Bevor wir jetzt bergwärts fahren, zeige ich dir noch etwas, Rudi“, sagt Aldrian und weist den Weg in Richtung Gondelbahnhof. Hier sind einige Themengondeln geparkt. Eine davon fällt optisch auf: Sie glänzt in Gold. „Diese Kabine hier wurde vom Ischler Restaurateur Johan + Maria zu unserem heurigen 60-Jahr-Jubiläum mit echtem Blattgold vergoldet. Rund vierzig Arbeitsstunden waren dafür notwendig. Jetzt ist sie unser wertvollstes Stück“, erzählt Adrian. Brugnara entlockt der Anblick der goldenen Seilbahnkabine ein spitzbübisches Grinsen. Nun aber treten die beiden ihre Bergfahrt an. In gemütlichem Tempo bewegt sich ihre Gondel bergauf, durchwegs in Höhe der Baumkronen. Dadurch fühlen sich Fahrgäste stets sicher und so, als ob sie in Bodennähe wären.

 

 

 

Husarenritt von Karl Schranz

„Da unten ist er weggefahren, der Karl Schranz. Ganz hinunter in Schussfahrt, die gesamte Schlossriesen bis zur Talstation. Seine Abfahrt war tagelang das Gesprächsthema Nummer eins in Bad Ischl. Keiner hat sich vorstellen können, wie das geht – auf einer total vereisten, unpräparierten Piste.“ Die Begeisterung für eine ganz besondere Veranstaltung im Jahr 1962 ist Rudolf Brugnara heute noch anzusehen. Damals fanden die Österreichischen Meisterschaften im Slalom und Riesenslalom auf der Katrin statt. Ski-Idol Karl Schranz sorgte mit seiner Schussfahrt durch die Schlossriesen am Rande der Rennen für eine kleine Sensation. Neben ihm standen einstige Skigrößen wie Pepi Stiegler, Gerhard Nenning, Hugo Nindl, Traudl Hecher, Christl Haas, Erika Netzer oder Edith Zimmermann am Start und kämpften um Medaillen. Der Skibetrieb auf der Katrin ist seit 2010 Schnee von gestern. Während eine Skiabfahrt vom Gipfel heute Tourengehern vorbehalten bleibt, können Wintergenießer täglich mit der Seilbahn auf den Berg gelangen – zum Spazieren, Winterwandern oder einfach nur um die Aussicht weit oberhalb jeder Nebelgrenze zu genießen.

 

 

Sommerfrische ohne Erlebnis-Inszenierungen

Nach 14 Minuten Fahrzeit macht die Seilbahngondel mit ihren beiden Passagieren in der Bergstation Halt. Dort werfen Brugnara und Aldrian gemeinsam einen Blick auf das Herzstück der Anlage, den Antrieb. „Mit dieser robusten Königswelle hätte auch der Kaiser seine helle Freude gehabt“, meint Aldrian scherzend und verweist auf die stehende Metallwelle, die die Antriebsscheibe mit dem Hauptgetriebe verbindet. Er ergänzt: „Unsere Seilbahn ist technisch in einem ausgezeichneten Zustand. Das liegt daran, dass unsere Vorgänger bei den Investitionen sehr weitblickend waren. Aus meiner Sicht waren sie echte Pioniere, im besten Sinne des Wortes. Damals war es eine herausragende Pionierleistung, dass sie sich überhaupt getraut haben, diese Seilbahn zu errichten. Wir können jetzt gut weiterarbeiten, weil diese Menschen das Fundament dafür geschaffen haben. Sie hatten den Mut, auch sehr gewagte Projekte in Angriff zu nehmen. Das ist der Spirit, den wir in die heutige Zeit übernehmen müssen. Es geht darum, etwas zu machen, was noch Neuland ist. Genau das können wir von den Pionieren der Katrin Seilbahn lernen.“ Während viele Seilbahnen in Österreich eine Erlebnis-Inszenierung nach der anderen aus dem Boden stampfen, wagt Aldrian mit seinem Team das Gegenteil – und verzichtet darauf. Vielmehr setzt er auf die Kernwerte der Katrin. Das sind in erster Linie die Natur und die Aussicht. Mit diesen Vorzügen, die bereits die Seilbahn-Pioniere zu schätzen wussten, bietet die Katrin Seilbahn heute ihren Gästen ehrliche Sommerfrische.

 

 

Hausberg soll Herzberg bleiben

Brugnara und Aldrian steigen wieder in die Gondel ein und nehmen die Talfahrt in Angriff. Der junge Geschäftsführer gibt seinem Vorgänger Einblicke in seine Philosophie: „Weißt du, Rudi, mir liegen besonders die Einheimischen am Herzen. Ich finde es wichtig, dass viele Einheimische auf der Katrin unterwegs sind. Das wirkt sich positiv auf unsere Gäste aus. Erst die Begegnung mit Menschen aus der Region macht das Bergerlebnis für sie zu einem echten Erlebnis. Darum sagen wir auch Herzberg zur Katrin – weil sie der Hausberg der Ischler ist, der ihnen am Herzen liegt.“ Brugnara ergänzt: „Das beste Zeichen, dass das so ist, ist eine kleine Formulierung, die mir immer wieder auffällt. Wenn die Ischler über die Katrin Seilbahn reden, dann sagen sie nicht ‚die‘ Katrin Seilbahn sondern ‚unsere‘ Katrin Seilbahn. Das gefällt mir. Wie du weißt, beobachte ich das Seilbahngeschehen nach wie vor mit Argusaugen. Es freut mich, dass es seit 2013 steil bergauf gegangen ist und ich bewundere dich, was du alles zusammenbringst. Vielleicht hast du heute mehr Möglichkeiten als wir sie damals hatten. Aber: Deinen Einsatz, deine Ideen und wie du das alles umsetzt – das alles schätze ich sehr. Ich gratuliere dir aufrichtig zu dieser großartigen Entwicklung unserer Katrin Seilbahn!" Die Gondel setzt sich Richtung Bad Ischl in Bewegung.

 

 

 

Weiterführende Links:

 

TVB Bad Ischl: https://badischl.salzkammergut.at/

Stadtgemeinde Bad Ischl: https://www.bad-ischl.ooe.gv.at/

Katrin Seilbahn: http://www.katrinseilbahn.com/

Bahnen / Bergbahnen im Salzkammergut: www.salzkammergut.at/sehenswertes/bahnen-bergbahnen

 

 

 

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