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Hackl, Heilige und heilsames Wasser

Zum Start in die Wandersaison habe ich mir für Ostern einen Pilgerweg ausgesucht: nicht irgendeinen, sondern den Wolfgangweg auf den Falkenstein.

Ich starte aber vom Ziel der berühmten Wallfahrt aus, der wunderschönen Kirche von St. Wolfgang und gehe sozusagen den Weg der Axt, die der Heilige der Legende nach vom Falkenstein aus Richtung See geworfen hat, um an der Fundstelle eine Kirche zu bauen – dem Teufel zum Trotz.

Wo das Hackl landete, steht heute die gotische Kirche von St. Wolfgang über dem blauglitzernden See. Vom nahen Parkhaus starten wir Richtung Ortsteil Ried, immer der Straße am See entlang. An der Schiffsanlegestelle können wir einen Stein ins Wasser werfen und am Parkplatz der Schafbergbahn der Versuchung wiederstehen, mit der Zahnradbahn auf den Gipfel zu rattern, statt unsere wintermüden Muskeln in Schwung zu bringen. Nichts da, es geht weiter am See entlang, vorbei an Pensionen und Hotels, die sich für Ostern fein herausgeputzt haben. Die gelben Schilder weisen uns den Weg bis zur HLW Schule, wo wir noch einen Abstecher in den Literatenpark machen können, zu den österreichischen Schriftstellern Leo Perutz, Alexander Lernet-Holenia und Hilde Spiel, die am Wolfgangsee gewirkt haben. Ein stiller Ort, der zum Nachdenken einlädt.

Die nachfolgende Bildergalerie ist mittels Pfeiltasten (links, rechts) bedienbar.

Doch von jetzt an geht´s bergauf, denn schließlich wollen wir uns ja eingehen auf den Sommer, den Salzkammergut BergeSeenTrailund alle anderen wunderbaren Wanderwege des Salzkammerguts. Der Weg ist hier noch geteert bis zum Waldrand, dann werfen wir einen letzten Blick zurück auf den blauen See. Von jetzt an geht es über einen breiten Waldweg über Stock und Stein bergauf. Wie gut, dass wir am „waxweichen Stein“ Halt machen können und nachlesen, wie er für den heiligen Aussteiger zu einem weichen Bettchen wurde. So unscheinbar dieser Stein ist, so schaut seine ovale Vertiefung so aus, als hätten hier die Millionen von Pilger, die über Jahrhunderte diesen Weg gegangen sind, probegelegen.

Weiter geht es bergauf, vorbei an frühlingshaft murmelnden Bächen, über eine Brücke, dann dreht sich der Weg nach rechts und schraubt sich weiter nach oben, führt an Parkbänken vorbei, dreht sich nach links und steigt weiter an. Von unten sehen wir schon die nächste Station. Den Ort, von wo der Heilige die Axt warf – wobei ein Normalsterblicher nicht bis zur Kirche unten am See werfen kann, da müssen schon übernatürliche Kräfte im Spiel gewesen sein. Naja, ist auch eine Legende. Übernatürliche Kräfte muss auch derjenige besitzen, der den Stein in der Kapelle dreimal umdrehen kann, um sich einen Wunsch erfüllen zu lassen, so verspricht es jedenfalls die Inschrift. Ich probiere es aus und scheitere kläglich.

Die steile Abzweigung zum Aberseeblick lassen wir buchstäblich links liegen, und stapfen weiter zur nächsten kleinen Kapelle, in der es angeblich den Kopfabdruck des Heiligen zu sehen gibt. An dieser Stelle soll er sich gegen die Felsen gestemmt haben, um zu verhindern, von ihnen auf Geheiß des Teufels erdrückt zu werden. Pilger legen gern den Kopf in diese Vertiefung, um sich von Kopfschmerzen befreien zu lassen. Ich probiere es auch aus, vorsorglich sozusagen. Jetzt geht es leicht bergab, zur nächsten Station. Dort, wo in der kleinen Kapelle Wasser aus dem Fels sprudelt. Ich benetze meine Augen damit, denn bei Augenleiden soll das helfen. Dass es bereits gewirkt hat, zeigt eine Inschrift aus dem Jahr 2006! Vielleicht brauch ich auch bald keine Brille mehr ...
Neben der Kapelle lasse ich mich am „Gschmah-Platzl“ mit Blick auf die Falkenstein-Kapelle aufklären über die Legende vom Hackebeil: Als der Teufel, so die Legende, dem hl. Wolfgang immer wieder lästig wurde, beschloss der Eremit, sich an einem anderen Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, wo er sie wieder finden werde, eine Kirche zu bauen - so entstand die Wallfahrtskirche St. Wolfgang, Zielpunkt einer der größten Wallfahrten des Mittelalters. Natürlich gab der Teufel trotzdem keine Ruhe, aber das ist eine andere Geschichte.

In der Falkenstein-Kapelle, die sich an den Felsen schmiegt, wartet ein weiteres Wunderwerk: Über die Stufen hinauf geht es zum „Durchkriechstein“, durch den die Menschen geschlüpft sind, um Übel abzustreifen. Eine enge Stelle, die in eine Höhle führt. Mit einem Trick gelingt es mir durchzukommen: leicht gebückt geht der Rumpf durch die breitere Öffnung, der Kopf nimmt die schmalere Engstelle, und schon bin ich durch und kraxele auf der anderen Seite wieder aus der Höhle.

Im „Gästebuch“ der Kirche studiere ich die Einträge der letzten Tage und erfahre, dass das Ehepaar, dem ich auf dem Weg begegnet bin, aus Kanada stammt. Viele Nöte der Menschen haben hier Spuren hinterlassen und es ist allen zu wünschen, dass sich ihre Probleme gelöst haben. Den Rückweg gehe ich über einen schmalen Steig zum sogenannten Aberseeblick. Belohnt wird der mühsame Aufstieg mit atemberaubenden Aussichten auf den See. Vorsicht, Trittsicherheit ist gefragt auf dem steilen Pfad. Man kann aber auch weitergehen bis nach Fürberg oder St. Gilgen, aber das dauert dann statt anderthalb Stunden zwei bis drei.

Zurück in Ried, lege ich eine kurze Pause am Pilger-WC ein, das mit allem Komfort ausgestattet ist. Zur Stärkung gönne ich mir eine Kaffeejause im nahen Leopoldihof, mit der legendären Topfenhimbeerschnitte. Ach, sagt die Hausherrin bescheiden, das ist doch nur ein Rührkuchen, ganz einfach ... so einfach, dass sie mir das Rezept verrät. Hmmm, so macht Pilgern Spaß!

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