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Sechs Stunden, sechs Seen und zwei Inseln

Vor mir auf dem Teller duftet würzig der geballte Geschmack der Alm: hunderte Brösel von hell- bis dunkelbraun auf einem saftigen Brot mit rescher Kruste.

Die nachfolgende Bildergalerie ist mittels Pfeiltasten (links, rechts) bedienbar.

„Ja, wir mischen unseren Steirerkas speziell an“, sagt Barbara Sölkner, die „Drei-Schürzen-Köchin“ auf der Trawenghütte hoch über dem Steirersee: einem der sechs Seen im Wanderparadies Tauplitz im steirischen Salzkammergut. Sie macht den bröseligen Käse nicht selbst, sondern bezieht ihn von steirischen Bauern – schmecken tut er trotzdem, und wie.


So tiefgrün der See daliegt, so würzig schmeckt die Köstlichkeit, die den Geschmack der Alm sozusagen auf der Zunge zergehen lässt: Kräuter und Almblumen würzen die Kuhmilch, die zu einem krümelig-pikanten Brotaufstrich heranreift, aber auch noch mehr kann. Steirerkäse, der eher trocken und hell ist, ist im Geschmack etwas milder und weniger würzig. Steirerkäse mit leicht feuchter Konsistenz ist dunkler und im Geschmack würziger.
Auf jeden Fall Kraftnahrung für die Wanderer jeden Alters, die mir gut gelaunt gegenüber sitzen und die Aussicht genießen: neben mir der imposante Traweng mit dem Klettersteig „Gamsblick“, danach türmt sich der senkrecht abfallende „Sturzhahn“ auf, der Kletterberg von Heinrich Harrer, hinten grüßen die „Tragl“. „Wir haben gerade den Sturz umrundet, eine Tour, die wir vor 30 Jahren schon einmal gegangen sind“, nickt der ältere Herr, der sich mit einer Erdäpfelsuppe stärkt.


Eine Landschaft der Superlative, mit den silbrig schimmernden Karstfelsen des Toten Gebirges, die die gleiche Farbe haben wie das verwitterte Holz der Hütten. Kuhgebimmel begleitet unseren Weg. Die Tiere scheinen die imposante Landschaft ebenso zu genießen wie die Wanderer. Sie bekommen auf jeder Hütte andere Köstlichkeiten, aber der Steirerkas ist sozusagen der kristallisierte Geschmack der Alm: Die saure Magermilch wird dazu aufgekocht, in Leintüchern abgeschöpft und die Molke herausgepresst. Der krümelige Käse wird gesalzen und gepfeffert. Nach vier Wochen ist er fertig gereift.


Auf der Trawenghütte, bei Leo und Barbara Sölkner, wird er auf selbstgebackenem Bauernbrot serviert, auf einer Butterschicht und mit Blick auf den Steirersee, der hier den Wanderern zu Füßen liegt. Bis in den Juli hinein lassen sich hier auch noch die Almrosen bewundern. Der Steirersee ist See Nr. 5 auf unserer Wanderung auf dem Hochplateau der Tauplitz im steirischen Salzkammergut. Das höchstgelegene Seenhochplateau Europas, auf 1650 Metern Seehöhe. „Die Sechs-Seen-Wanderung ist eine der schönsten Touren im Salzkammergut“, schwärmt mein steirischer Begleiter. Was ich als Oberösterreicherin auch ohne Lokalpatriotismus bestätigen kann. Und leicht zu gehen ist die Tour auch, wenn man auf der Schotterstraße bleibt, nur auf den Waldwegen ist festeres Schuhwerk zu empfehlen.


Sechs Stunden für sechs Seen, lautet die Faustregel: Miteingerechnet genüssliche Stopps: zunächst, um den Großsee zu bewundern und dann zum grünlich schimmernden Märchensee weiterzugehen, der zum Picknicken einlädt. Am Steirerseebankerl gibt es eine schöne Aussicht. Der See selbst mit seinen zwei Inselchen lädt zum Baden ein – in einem warmen Sommer wie diesem – oder zumindest zum Kneippen: Schuhe und Socken aus, und rein ins Wasser. Mit nassen Füßen dann wieder rein in Socken und Schuhe, das erfrischt. Zugegeben, wir haben etwas geschummelt: den Krallersee haben wir links liegen gelassen und sind gleich zum Großsee gestartet. Aber die Runde ist variabel, wer will, kann auch gleich den Steirersee ansteuern. Ein Steirerkasbrot ist auf jeden Fall drin!

 

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