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Wiesenpower: So schmeckt der Frühling im Salzkammergut

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche...“ Goethes Verse fallen mir immer ein, wenn es Frühling wird im Salzkammergut. Da sprudeln die Bäche, sprießen die Knospen an Bäumen und Sträuchern und es grünt in Garten und Wald. Auf vielen Wanderwegen lassen sich würzige Kräuter für die Küche ernten. Sie schmecken nicht nur delikat und erfrischend, sondern sind auch noch gesund.

Eine, die sich damit auskennt, ist Sophie Brandstätter, die „Kräuterfee“ vom Fuschlsee. „Bei der Omschi, da isst man die ganze Wiese“, erzählt Sophie Brandstätter mit einem kleinen Schmunzeln. So würden jedenfalls ihre Enkelkinder sagen. Stimmt, wenn man sieht, was sie auf den Tisch zaubert. Jetzt steht gerade eine Schale mit Kräuteraufstrich da, liebevoll mit Schlüsselblumen dekoriert. Für die Zutaten braucht sie nicht weit zu gehen. Der Bärlauch wächst im nahen Wald, Gundelrebe und Löwenzahn sprießen in ihrem Garten. „Viele glauben, das ist Unkraut und reißen es aus “, sagt die bodenständige Salzburgerin und bückt sich nach der krautigen Pflanze, die zwischen den Steinen hervorlugt. Blau wird sie bald blühen, mit herz- bis nierenförmigen, gekerbten Blättern.

Zurm Rezept des Frühlingskräuteraufstriches



Und gesund ist sie auch, nickt Sophie Brandstätter. „Die Gundelrebe soll bei entzündlichen Erkrankungen wie Husten oder Schnupfen helfen, oder bei eitrigen Wunden“, erzählt die pensionierte Bürofachfrau. Sie muss es wissen, denn seit sieben Jahren betreut sie zusammen mit ihrer Kollegin Hermine Wesenauer den Kräutergarten des Kneippvereins in Fuschl am See. Dazu gehört es nicht nur, die verschiedenen Pflanzen zu kennen, sondern auch zu wissen, was sie können.

Der Name "Gund", bedeutet laut Lexikon nach germanischem Sprachgebrauch Eiter, giftiges Sekret, Beule, faulige Flüssigkeit, Gift oder Wundjauche. Im Volksmund wird die Gundelrebe (lat. Glechoma hederacea) deshalb auch als der "Herr des Eiters" bezeichnet. Heute ist bekannt, dass die Gundelrebe den Wirkstoff Saponin enthält, der die Schweißdrüsen stimuliert, um darüber den Körper zu entgiften. In früheren Zeiten tranken die Büchsenmacher und Maler Gundelreben-Tee, um die Bleiausschwemmung aus dem Körper zu fördern. So verwundert es nicht, dass man der Gundelrebe reinigende Kräfte zuschreibt.

Die nachfolgende Bildergalerie ist mittels Pfeiltasten (links, rechts) bedienbar.

Ihr Wissen um die Heilkraft der Kräuter hat sich Sophie Brandstätter in zahlreichen Seminaren angeeignet. „Für die Familie habe ich die Kräuter schon immer für die Küche verwendet“, erzählt sie. Als sie in Pension ging, wollte sie noch mehr wissen. Pater Johannes Pausch aus dem nahen Gut Aich hat sie mit diesem Virus angesteckt. Sie hat die Ausbildung der Traditionellen Europäischen Heilkunde (TEH) in Unken absolviert, später dann noch die Ausbildung der „Freunde naturgemäßer Lebensweise“, Österreichs ältestem Kräuterverein.
Gerne gibt sie ihr Wissen an interessierte BesucherInnen des Kräutergartens weiter. Ständig bildet sie sich fort, denn in diesem Bereich lernt man nie aus. Und einen nützlichen Nebeneffekt hat die ganze Lernerei auch, sagt sie, das helfe gegen die Vergesslichkeit.
 
„All diese Frühjahrskräuter sind gesund und wirken reinigend für den ganzen Körper“, sagt Sophie Brandstätter, und verweist auf einen Ausspruch des berühmten Arztes Paracelsus: „Alle Wiesen und Matten, alle Berge und Hügel sind Apotheken“. Deshalb verarbeitet sie die Kräuter, wo immer es geht:  getrocknet als Salz, frisch in Salaten und Aufstrichen. Ob Bohnenkraut, Quendel (wilder Thymian), Liebstöckel, Ysop oder Bärlauch, kein Kraut ist vor ihr sicher. „Ja, auch die Schlüsselblumen kann man essen“, nickt sie. Wenn man sie noch findet. Wo sie wachsen, kann man auf jeden Fall sicher sein, dass die Wiese nicht gedüngt ist.

Im Wald findet sie jetzt in den Wäldern des Salzkammerguts vor allem den Bärlauch, der leicht nach Knoblauch schmeckt und riecht, zerreibt man die grünen Blätter zwischen den Fingern. Vorsicht ist allerdings geboten, um sie nicht mit den giftigen, aber geruchlosen Maiglöckchen zu verwechseln! Um sicher zu sein, dass er nicht verunreinigt ist, wäscht sie ihn und schleudert ihn in der Salatschleuder trocken. Auch aus Bärlauch kann man Salz zubereiten: 100 g Salz und 100 g Bärlauch, klein geschnitten, vermischt die Fuschler Kräuterfee zu einer Paste, die sie auf Backpapier streicht und im Ofen bei höchstens 40 Grad trocknet. Die zerbröselte Paste wird noch gemahlen und dann ins Glas gefüllt -  und fertig ist das Bärlauchsalz.

Wozu der Bärlauch dient? „ Bärlauch ist sehr stoffwechselanregend, blutreinigend und wirkt wie eine Frühjahrskur“, erzählt Frau Brandstätter. „Ein wunderbarer Gefäßputzer, senkt den Blutdruck – besser als Knoblauch!“ Und sofort packt mich die Lust, nach Hause zu fahren, um bei mir hinterm Wald das grüne Kraut zu sammeln – am Karl-Pilz-Rundwanderweg in Bad Goisern wächst jede Menge davon. „So ist es richtig“, nickt Sophie Brandstätter, und hat gleich noch eine Lebensweisheit parat: „Im  Tun liegt das Merken“. Danke, das werde ich nie vergessen.

 

Sophie Brandstätter betreut den Kräutergarten in Fuschl am See (Am Mühlenweg 5330 Fuschl am See). Er ist ab 16. Mai jeden Dienstag und Freitag geöffnet - jeweils  von 14:00 bis 17:00 Uhr.

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