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Wandern im Winterwunderland Postalm

Meine Freundin möchte Winterwandern auf der Postalm. Fast zu schade zum Wandern, denke ich, denn dort kann man auch Skifahren, Rodeln oder Langlaufen. Aber nein, sie besteht darauf und behauptet, dass das dort auch ohne Schneeschuhe geht, weil es geräumte Spazierwege gibt. Klingt zwar nett, aber nicht so spektakulär. Allerdings wurde ich eines besseren belehrt.

Weit gefehlt, denn schon beim Hinauffahren von Strobl aus müssen wir stehenbleiben und staunen: Zu wildromatisch führt das Sträßchen durch die Talenge, eine bläulich schimmernde Eisdecke hat sich wie ein erstarrter Wasserschleier über den Fels gelegt ...ein Eispalast, von der Natur gebaut. Weiter geht’s bergaufwärts, bis hin zur Mautstelle, die uns einen Wermutstropfen beschert. Acht Euro pro Person kostet das Vergnügen. Aber wenn man bedenkt, dass die 12 km lange Straße geräumt und gepflegt werden muss, ist das beinahe schon wieder ein Schnäppchen.

Bedächtig windet sich das Sträßchen neben dem Weißenbach in die Höhe. Die Postalmklamm heben wir uns für den Sommer auf. Nach neun Kehren oben auf dem großen Parkplatz angekommen, breitet sich ein grandioses Panorama vor uns aus. Markant ist das Wieslerhorn, gegenüber grüßt der Braunedl, auf der anderen Seite erahnen wir den Schafberg, der sich aber hinter dem Rinnkogel versteckt.

Sehnsüchtig schaue ich auf die Skifahrer, die elegant über die sanften Hänge gleiten...Aber da ist nix zu machen. Wir stärken uns noch auf dem Lienbachhof mit einem Bauernkrapfen und der Vitaminbombe Hollerlikör ... hmmm ... und stapfen dann Richtung Rosserhütte (geschlossen) auf dem geräumten Weg bergan. Puhh, obwohl geräumt, kostet das Wandern mehr Kraft als im Sommer, denn ein bisschen Einsinken tut man trotz des komfortablen Wegs. Aber Schneeschuhe brauchen wir wirklich keine, sondern gute Wanderschuhe mit Profil ... irgendwann geht es nämlich wieder bergab, und da braucht man Halt.

Langsam verliert meine Freundin auch die Angst vor den Skifahrern, die uns manchmal nahe kommen .... aber es ist genug Platz da für alle. Nach der Rosserhütte gehen wir links ein paar Schritte in die falsche Richtung, bis uns ein Schild belehrt, dass die Huberhütte auf der anderen Seite zu finden ist. Es empfiehlt sich, einen Plan mitzunehmen, denn die Postalm ist ein Universum für sich. Immerhin acht Hütten sind offen für Gäste, da muss man den Überblick behalten. Nach einer knappen halben Stunde haben wir schon die Huberhütte erreicht, nachdem ein paar verirrte Rodler noch unseren Weg gekreuzt haben. Star der Hütte ist Kater Luss, der die Gaststube bewacht und im allgemeinen Trubel die Ruhe bewahrt. Wir stillen unseren Durst mit einem Skiwasser und machen uns weiter auf die Runde. Von hier begleitet der Winterwanderweg die Loipe Richtung Wieslerhütte.

Angekommen nach ca. einer halben Stunde am Plateau machen wir einen kurzen Abstecher, um vom Aussichtpunkt auf Schafberg und Wolfgangsee zu blicken. Was für ein spektakuläres Panorama, mit dem Schafberg im Hintergrund mit dem See zu unseren Füßen! Schweren Herzens lassen wir Wieslerhütte und Schafbergblickhütte links liegen, denn unser Ziel ist die Stroblerhütte. Voller Neid blicken wir auf die Rodler auf der gespurten Bahn neben uns, die mit fröhlichem „Juchu“ ins Tal flitzen. Da hätten wir gerne getauscht ... Dafür können wir in Ruhe die Aussicht genießen und uns an den schneebedeckten Gipfeln sattsehen. Und am Schnee, der wie ein glänzender Zuckerguss die sanften Hügel überzieht, „zum Abschlecken“, sagt meine Freundin, und wir überlegen, ob mit Himbeergeschmack, oder doch lieber Zitrone...
Uns satt fantasieren wollen wir uns aber auch wieder nicht, denn in der Stroblerhütte gibt´s Gusis Kaiserschmarrn zu verkosten. Seit 23 Jahren bewirtschaftet der gelernte Koch Günther Gusenleitner die Hütte des Wintersportvereins, und seine Spezialität ist der knusprig-köstliche Kaiserschmarrn. „Ganz einfach gemacht, und trotzdem gut“, nickt der Wirt, der freigiebig sein Rezept verrät. Vielleicht liegt es an der Alupfanne, an der urigen Einrichtung oder auch nur an dem Puderzucker, mit dem der Teig in der Pfanne bestäubt wird und der am Boden der Pfanne karamellisieren muss. „Aber nicht zu viel, denn sonst wird er zu dunkel und das schmeckt bitter“,  verrät Gusenleitner. Doch seine Karte gibt noch viel mehr her, zum Beispiel Gulaschsuppe im Brottopf oder Hascheeknödel. Wenn es sein muss zaubert er sogar sein Hollereis auf den Tisch, denn die Stroblerhütte gehört zu den Holleralmen, die sich um die besondere Verwertung des Holunders verdient machen.

Der gute, aber gewichtige Kaiserschmarrn zieht uns dann weiter bergab, bis wir wieder den großen Parkplatz erreicht haben. Mit dem Vorhaben, das nächste Mal die Strecke am Fuße des Braunedels in der Abendsonne zu absolvieren, schrauben wir uns entspannt wieder mit dem Auto ins Tal. Und ich muss zugeben, dass Winterwandern auf der Postalm durchaus ein spannendes und einmaliges Spektakel ist, das auch noch sehr gut schmecken kann ...

Die nachfolgende Bildergalerie ist mittels Pfeiltasten (links, rechts) bedienbar.

Rezept Gusis Kaiserschmarrn

(Rezept für 4-5 Perseonen)

ZUTATEN:

  • 500 g Mehl
  • 8 Eier
  • 900 ml Milch
  • 5  EL Rosinen (je nach Geschmack)
  • Puderzucker
  • Butter, Margarine

 

ZUBEREITUNG:

Mehl in eine Schüssel geben, Milch dazugeben und alles gut verrühren. Anschließend die Eier dazu geben und wieder alles verrühren. In einer ca. 30 cm breiten Pfanne ein Gemisch aus Butter und Margarine (je zur Hälfte) heiß werden lassen. Für eine Portion zwei Schöpfer des Teigs in die Pfanne geben und auf der Unterseite anbräunen lassen. Auf die Oberseite 1 EL Rosinen streuen. Wenn die Unterseite braun ist, den Teig wenden, ebenfalls anbräunen lassen. Puderzucker darauf streuen, und wieder wenden, Temperatur etwas zurücknehmen und Zucker am Boden karamellisieren lassen, damit der Schmarrn knusprig wird. Bevor die Unterseite zu braun wird, den Teig mit einem Löffel oder Teigschaber in Stück reißen. Anschließend auf einem Teller anrichten, mit Puderzucker bestreuen. Mit Äpfel oder Birnenkompott servieren. Im Sommer bietet sich saisonal auch Zwetschenröster an.

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