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"Da Summa is uma"

Wenn sich die Kühe so hübsch gemacht haben, als müssten sie zu einem Schönheitswettbewerb, ist die Zeit des Almabtriebs im Salzkammergut. An vielen Orten ein fröhliches Fest, das den Herbst einläutet.

„Pfiat die Gott, schöne Alm, es geht owi ins Tal“, so wird zum Abschied vom Sommer noch einmal gehörig gefeiert und musiziert. Die saftigen Wiesen in der Höhe sind abgegrast, die Tage kürzer, die Nächte kälter geworden. Mit heiterem Gebimmel geht´s für die Tiere zurück in den wärmenden Stall.

Gebimmel und bunte Girlanden als Dank

Beim traditionellen Almabtrieb spielt das Vieh die Hauptrolle: auf dem Kopf ein prächtiges Schild, den Hals mit bestickten oder geschmückten Halftern geschmückt, mit bunten Papiermascherl aufgekranzt, so trotten die Kühe an diesem Tag gemächlich ins Tal. Zugegeben, mancherorts werden sie auch mit dem Viehtransporter ins Tal gebracht - ein Tribut an die moderne Landwirtschaft.

Das Schmücken der Tiere ist das Symbol für eine gute und ertragreiche Saison in luftiger Höhe: auf dem Schild mit Sprüchen wie „da Summer is aussi“, oder mit einem Bild des Viehpatrons oder mit dem Namen des Bauern, dem sie gehören. In die bunten Girlanden aus Papier- oder Seidenblumen sind Wacholderzweige eingeflochten, dem „Segenbaum“. Begleitet wird der Zug vom fröhlichen Bimmeln der Glocken, welche die schönsten Kühe, die Leittiere, um den Hals tragen.

Geschmückt werden die Tiere übrigens nur, wenn keines von ihnen verunglückt und niemand aus der Familie des Bauern gestorben ist ...  Sonst wird auf den Schmuck verzichtet, oder die Kühe müssen schwarzen Trauerflor tragen.

 

 

Ku(h)raufenthalt und Landschaftspflege

Schon seit über 400 Jahren ist der Almabtrieb (in Vorarlberg Alpabtrieb) fester Bestandteil österreichischer Kultur und wird im Salzkammergut traditionell gefeiert. Er ist im Zuge der Almwirtschaft entstanden: Das heißt, die Tiere eines Bauernhofs im Tal dürfen in der Höhe ihre „Sommerfrische“ verbringen, um dort zu weiden, wo das Gras besonders nährstoffreich ist.

Der Aufenthalt auf der Alm wirkt übrigens nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Tiere wie eine Frischzellenkur: Er stärkt ihre Abwehrkräfte, trainiert die Muskeln und erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut. Gleichzeitig werden dank der vierbeinigen Landschaftspfleger die Wälder in ihre Grenzen gewiesen und freie Flächen in der Höhe erhalten. Durch die Beweidung der Almen im Sommer kann das Heu im Tal als Wintervorrat genutzt werden.

Urweiden auf dem Dachsteinplateau

Forschungen haben gezeigt, dass es bereits vor mehreren Tausend Jahren Almen gegeben hat, unter anderem auf dem östlichen Dachsteinplateau. Dort bezeugen Hüttenreste der hochalpinen Weideplätze eine urgeschichtliche Almwirtschaft von 1700 bis 1000 v. Chr (!). Ob es damals allerdings schon einen Almabtrieb gegeben hat, ist nicht belegt.

Heute ist der Almabtrieb für die Urlauber und Touristen ein beliebtes Fest, für die Einheimischen gelebter Brauch: Die verschiedenen Figuren und die verwendeten Materialien der ,,Almabtriebskränze‘‘ sind von Region zu Region verschieden und werden an nachfolgende Generationen weitergegeben. So ist der traditionelle Abschied von der Alm eine Art Erntedank und immer noch das wohl größte Fest im Arbeitsjahr eines Bauern.

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