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Von Fetzen, Flinserln und anderen Narren

Eine fröhliche Revolte gegen den Winter und lästige Autoritäten, das ist der Fasching im Salzkammergut. Von den Ebenseer Fetzen bis zu den Ausseer Flinserln reicht die farbenfrohe Palette des närrischen Treibens.

Jede Vogelscheuche würde vor Neid erblassen: In Ebensee, dem alten Salinenort am Ufer des Traunsees, halten am Faschingmontag abenteuerliche Gestalten Einzug. Die „Fetzen“ tragen Kostüme aus alten, abgetragenen Frauenkleidern, übersät mit bunten Stoffresten. Ihre Identität verstecken sie hinter geschnitzten Holzmasken und ausgefallenen Hüten, einer origineller als der andere. Mit zerschlissenen Regenschirmen, den „Parapluies“, oder alten Kinderwägen treiben die Fetzen ihren Unfug. (Ebenseer Fetzenzug)

Höhepunkt des Umzugs ist das „ Austadeln“: Mit verstellter Stimme sagen die Fetzen ihren Mitbürgern gehörig die Meinung. Ob Honoratioren aus Politik oder Wirtschaft, keiner bleibt verschont. Um ein Ausufern zu verhindern, gibt es die „Fetzenpolizei“, welche mit hölzernen Pritschen als „Ordnungshüter“ fungiert. Seit über 120 Jahren feiert der Ort den Fasching mit diesem Ritual, das seit kurzem zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört.

 

 

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Bunt ist auch der Fasching im steirischen Bad Aussee. Einzigartig im Alpenraum wegen der prachtvoll bestickten „Flinserlgewänder“: Vögel, Schmetterlinge, Blumen und Mohrenköpfe sowie glitzernde Pailletten schmücken die Kostüme. Eingeführt wohl von Salzfuhrleuten, die bis nach Venedig kamen und sich an der dortigen Karnevalsmaskerade inspirierten. Die „Flinserl“ symbolisieren den Frühling, denn der Fasching wird auch als Kampf des Frühlings gegen den Winter verstanden. Drei Tage lang steht der Ort im Zeichen dieser Auseinandersetzung. (Umzug der Ausseer Flinserl)
Den Winter symbolisiert die „Pless“: Gestalten in weißen, wattierten Anzügen, die die Kinder mit Schmutzfetzen durch den Ort jagen. Diese revanchieren sich mit Schneebällen, solange bis der Winter aufgibt und im Wirtshaus abtaucht. Am Faschingmontag folgt der Auftritt der „Trommelweiber“ mit großem Getöse, das den Winter austreiben soll. Am Faschingsdienstag veranstalten dann die Flinserl als Frühlingsboten mit Musik und Tanz ihren Lauf durch den Ort. Ein Flinserl kann nicht jeder werden, und die kostbaren Kostüme werden über Generationen weiter gegeben.

Doch nicht nur in Ebensee oder Bad Aussee, Fasching wird auch in vielen anderen Orten des Salzkammerguts mit allerhand Schabernack gefeiert. In Obertraun tragen die Keppelweiba, die Männer der Musikkapelle,  den „Faschingsbriaf“ gereimt und gesungen vor. Darin kommen die Missgeschicke des vergangenen Jahres zur Sprache. In Bad Ischl wird der Umzug angeführt von zwei grotesken Figuren, dem Badern-Jagerl und seiner Frau Gertraud. In Traunkirchen sind am Faschingssonntag die Mordsg´schichtensänger unterwegs, acht Moritatensänger in Frack und Zylinder. Umzüge und Festivitäten gibt es allerorts. Ein Fest der Lebensfreude und der Ausgelassenheit, das vor der Fastenzeit einen fröhlichen Akzent setzt, bevor der Fasching begraben wird (in Ebensee, Bad Ischl). Dann beginnt wieder der Ernst des Lebens...

 

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